Indignados-Demo in Berlin: “wir wandern nicht aus, wir werden rausgeschmissen”

Demo der "15. Mai Berlin"-Gruppe vor dem Brandenburger Tor Vielleicht 100 jugendliche Berliner*innen aus Spanien stehen vor dem Brandenburger Tor. Per Megafon rufen sie Journalist*innen und Zuschauer*innen zu: “Wir wandern nicht aus Abenteuerlust aus, sondern weil die Wirtschaftspolitik uns vertreibt.” Ein Minister der konservativen Spanischen Regierung hatte die immer stärkere Auswanderung mit Abenteuerlust begründet, eine dreiste Ablenkung von 50 Prozent Jugendarbeitslosigkeit. Weltweit finden solche Demos heute statt.

Die Organisator*innen der Gruppe “15. Mai Berlin” sind aktuell rund 25 und arbeiten schon seit einigen Monaten, sagt Raphael. “Völker Europas, vereinigt euch!” endet ein Aufruf auf der Facebook-Seite 15M Berlin vom 25.03.2013. Davor: “Nach dem Motto
“no nos vamos, nos echan” (auf Deutsch: wir wandern nicht aus, sondern wir werden aus dem Land rausgeschmießen) wollen sich Spanier in ganz Europa, die wegen der Krise und der Arbeitslosigkeit das Land verlassen mussten, gegen die spanische Krisenpolitik und die antidemokratischen Diktaten der EU-Kommission, EZB und Kompagnie wehren.”

Interviews wollen Raphael und Clara, zwei der Demonstrierenden, am liebsten per Email in Rücksprache mit der Assamblea geben. Ihnen ist wichtig, dass sie erstmal nur für sich sprechen. Noch haben sie keine weitergehende Position zur europäischen Seite des Problems. Enrique, einer der Teilnehmer, ist etwas unzufrieden: “Bei der Demo für die East-Side-Gallery waren jede Menge Spanier, viele meiner Freunde. Heute sind es hier nur 2.”

Zum YouTube-Video der Aktion

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